dera®-Moderations-Blog: Gerd

„Wirtschaftsethik“ auf Basis der 5 dera-Grundsätze

Es geht um die Moderationsveranstaltung in einer großen internationalen Steuerberatungsfirma. Das Ziel war, die Unternehmensphilosophie kritisch zu diskutieren. Nach einem Kontrakt-Gespräch mit dem Auftraggeber wurden diese Ziele konkretisiert. Die „kritische Diskussion“ beinhaltete, die Leitphilosophie zu hinterfragen und möglicherweise eine neue Philosophie zu formulieren. Meine Moderation fand auf Basis der 5 dera-Grundsätze zur Organisationsentwicklung statt. Bei der weiteren Darstellung orientiere ich mich an diesen Grundsätzen, die ich direkt aus dem dera-Moderationshandbuch des ISS zitiere.

1. Grundsatz: Keine Maßnahme ohne Diagnose

Den (geschickten) Teilnehmern der Steuerberatungsfirma (international) war gar nicht klar „Warum bin ich hier?“. Das Kontraktgespräch war also suboptimal verlaufen, da der Auftraggeber den Teilnehmern nicht ausreichend die Veranstaltung erläuterte. Die Diagnose, vorher in den Kontraktverhandlungen angesprochen, wurde deshalb in der Veranstaltung selbst vertieft und diente zugleich als Motivation wie zur Erfolgskontrolle einzelner Arbeitsschritte.

2. Grundsatz: Ganzheitlich Denken & Handeln

Die Konflikte zwischen Gesellschaft und internationalen Mitarbeitern einer Firma wurden besonders intensiv diskutiert. Besonders bei der Betrachtung von Vision, Strategie, Zielen, Einflüssen und Erfahrungen sowie interkulturellen Konflikten (z.B. zwischen den Mitarbeitern) haben wir die verschiedenen Blickwinkel bei der Entwicklung des Wertesystems berücksichtigt. Ich bin der Meinung, dass nicht nur die Organisation in ihren Teilen (Mitarbeiter, Team, Vorgesetzte, Organisation) gesehen werden muss, sondern auch der Rahmen im Sinne der Gesellschaft und ethischen wie moralischen Zusammenhängen, in denen die Firma lebt.

3. Grundsatz: Hilfe zur Selbsthilfe

Für die Selbsthilfe gab es einen Input über ein Unternehmen, wo dessen Methoden vorgestellt wurden, mit denen die Mitarbeiter dann ein Wertesystem entwickelt haben. Zusätzlich meine Methode zur Textarbeit in Gruppe, Präsentation, Gespräch. In der Reflexion der eigenen Arbeit stellte ich das als eine Form des Selbsthilfe-Kommunikationssystems dar. In der nächsten Phase sollten die Teilnehmer es nun wagen, eigenständig ein Wertesystem in ihrer Steuerberatungsfirma zu entwickeln. Dabei wies ich nochmals auf die Grundsätze 1 und 2 hin. (Nutzbare Methoden: Worldcafé, Präsentation, Gespräch, Feedback, Reflexion).

4. Grundsatz: Beteiligung der Betroffenen

Die Veranstaltung zeichnete sich durch hohe Eigeninitiative aus. Die bisherigen Ergebnisse wurden in Einzelarbeit und Kartenabfrage zu Kernwerten verdichtet. Diese Werte, von allen gemeinsam erarbeitet, waren dann die neue Grundlage des Lebens aller in der Beratungsfirma beschäftigten Menschen. Ein wesentliches Wertepaar, was diese Grundlage erst ermöglicht hat, war „Vertrauen und Verantwortung“ durch die Beteiligung der Betroffenen.

5. Grundsatz: Rollende Planung

Ich muss zugeben: Ich wurde immer wieder überrascht. Es ergaben sich immer wieder neue Abzweigungen im Arbeitsprozess, die mich (trotz Vorbereitung und Planung) vor unerwartete Probleme stellten. Aber – oh Wunder – Grundsatz 3 half mir aus der Klemme. Beispiel: Wir verliefen uns bei den interkulturellen Werten. Wir befanden uns plötzlich im Themenwald „Körpersprache“. Dies wurde von den Teilnehmern angesprochen und von mir als Moderator zur Änderung des Vorgehens in der Veranstaltung aufgegriffen.

Der Erfolg der Veranstaltung wurde durch ständiges Feedback, Reflexion und Zwischen- sowie Endkontrolle gesichert. Wir erarbeiteten 6 Werte, die wir in 4 Sätzen ausformulierten.

Im abschließenden Kontraktgespräch mit dem Auftraggeber wurde das Ganze abgesichert. Zudem wurde ein QS-Team gegründet, was für die laufende Einhaltung der Werte in der Beratung und in der Firma verantwortlich ist. Die Ziele, die wir uns am Anfang gestellt hatten, wurden – dank der „rollenden Planung“ – übererfüllt.

Dr. Gerd Köster, Dezember 2015

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