dera®-Moderations-Blog: Conny

Klare Kontrakte statt plötzliches Chaos

Einige Zeit vor Abschluss meiner dera®-Ausbildung machte ich eine Erfahrung, die ich mit Euch gern teilen möchte.

Ich fuhr für eine Unternehmensberatung als Freelancer in die österreichische Provinz, um dort verschiedene Seminare auf der mittleren Führungsebene eines mittelständischen Unternehmens abzuhalten. Ich sollte in jeweils zwei Tagen über Moderation von Gruppen referieren und verschiedene Techniken beispielhaft anwenden und mit den Teilnehmern einüben. Die Veranstaltung auf dieser mittleren Ebene war eingebunden in ein Gesamtkonzept zum Aufbau einer QM-Strategie, die später in ein kontinuierliches QM-System übergeleitet werden sollte. Soweit die Zielsetzung auf der Ebene zwischen Moderator und Auftraggeber. Ich bereitete mich vor, wollte in zwei Tagen die Phasen: Problemidentifizierung, Ursachenanalyse und Hinführung zu konkreten Lösungsansätzen mit den Teilnehmern bewältigen.

Die erste Gruppe dachte, sie käme zu einer Schulung, wunderte sich über die fehlenden Tische und ließ sich nur allmählich aus einer abwartenden, teilweise skeptischen Haltung zu einer ersten Bewegung animieren.

Die Teilnehmer erarbeiteten am ersten Tag eine Übersicht über die aktuellen Probleme, sortierten einige davon als weniger „Brennende“ aus und erhielten mehr und mehr klare Aussagen, wo es gerade im Unternehmen nach Auffassung der Anwesenden „hakte“. Die daran anschließende Ursachenanalyse wurde mir dann von den Teilnehmern aber de facto verweigert. Die Aussage dazu: die Ursachen lägen immer bei „den Anderen“. Entweder „hakte“ es bei der Leitungsebene oder bei den Mitarbeitern. Und überhaupt: wenn es nicht so, sondern anders entschieden worden wäre, wenn man klarere Vorgaben gehabt hätte usw., usf. Und: „Wenn ich hier jetzt offen meine Meinung sage, dann kriege ich es hinterher ab, und das will ich nicht…“

Ich glaube, weitere und andere Details sind an dieser Stelle entbehrlich…

Die Fehler der Moderatorin aus Sicht dera lagen bei den Kontrakten: Es war nicht sauber geklärt worden, was die Zielsetzung war und die Ziele waren mit der Gruppe auch nicht abgesprochen worden. Einerseits sollte es die erste moderierte Gruppensitzung sein und andererseits ein Seminar, also eine Wissensanreicherung. Es war weiterhin nicht deutlich geworden, was mit den erarbeiteten Ergebnissen geschehen würde – war das für die Tonne? Oder würde es mit Namensnennung „veröffentlicht“ werden? Und wenn man seinen jeweiligen Vorgesetzten kritisiert hätte, was passierte denn dann mit einem danach im Unternehmen?

Der Fehler der Unternehmensleitung aus Sicht der Moderatorin: Die obere Führungsebene hätte als betroffene Gruppe bei der Vorbereitung beteiligt werden müssen. Die Einbettung der Veranstaltung in ein Gesamtkonzept hätte unternehmensweit bekannt gemacht werden müssen, mit den Informationen, die wir aus den Kontrakten (Zielsetzung, Vorgehen, Rahmen) kennen und als Basis für den Erfolg (nach dera®) kommunizieren.

Cornelia Prestin, November 2015

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